18. Mai 2010 | Uschi Blamayer [
Schwarzes Brett ]
Liebe Kolleg(en)Innen!
Hand auf’s Herz? Haben Sie sich nicht auch schon ab und zu gefragt, was die Menschen, mit denen Sie tagtäglich zu tun haben eigentlich die ganze Zeit machen?
Damit Sie Ihre Kollegen sowie deren Aufgabengebiete ein wenig besser kennenlernen, hat die Unternehmenskommunikation nun eine neue Rubrik im Intranet ins Leben gerufen: “Was macht eigentlich…”
Im ersten Teil dieser losen Serie erfahren Sie heute alles über den…
..… VORSTANDSVORSITZENDEN
..1.) Woher kommt der Name?
Der Vorstandsvorsitzende sitzt den Großteil des Tages auf einem sauteuren Leder-Chefsessel herum. Manchmal steht er auch – das kommt allerdings eher selten vor. Im Englischen heißt ein Vorstandsvorsitzender übrigens CEO. Was das genau heißt, weiß keiner so genau. Dafür hört es sich ziemlich wichtig an!
..2.) Was sind seine Aufgaben?
Als Vorstandsvorsitzender ist man in erster Linie damit beschäftigt, bunte Bildchen zu betrachten, die von den eigenen Untergebenen in mühevoller Kleinarbeit mit Hilfe von Excel und PowerPoint erstellt wurden. In 98,7% aller Fälle gibt es dabei etwas zu bemängeln – sei es, dass die falschen Farben Verwendung fanden, die Schriftgröße nicht gefällt oder die Ergebnisse, wenn sie denn endlich verstanden wurden, nicht den ursprünglich Erwartungen entsprechen. Anschließend beauftragt der Vorstandsvorsitzende den entsprechenden Mitarbeiter damit, das ganze nochmal zu machen – zur Abwechslung aber “in richtig”. Die Beauftragung erfolgt hierbei jedoch nicht direkt, sondern über mehrere Zwischenstufen ( [ Hierarchieebenen ] ). Siehe auch -> [ Stille Post ]
Den Rest seiner Arbeitszeit verbringt ein Vorstandsvorsitzender in wichtigen Sitzungen, im Internet oder auf dem Golfplatz. Typisches Zitat eines CEO: “Ich werd’ hier ja schließlich nicht für’s Arbeiten bezahlt!“
..3.) Was verdient ein Vorstandsvorsitzender?
Eigentlich nichts. Dafür bekommt er aber ziemlich viel.
..4.) Welche Qualifikationen muss ich für diesen Job mitbringen?
Die fachliche Ausbildung ist für die Position des Vorstandsvorsitzenden von untergeordneter Bedeutung. Weitaus wichtiger sind Soft Skills wie mangelnde Empathie, fehlende Kompromissfähigkeit, Besserwisserei und Machtgeilheit. Zudem kann ein Handicap im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich für eine steile Karriere als Vorstandsvorsitzender ebenso förderlich sein wie eine Mitgliedschaft im Rotary und/oder Lions Club. Von einer Gewerkschaftszugehörigkeit ist hingegen tendenziell eher abzuraten.
..5.) Gibt es für einen CEO noch Ausfstiegsmöglichkeiten?
Ja. Zum Beispiel als Diktator oder Gott.
..6.) Was macht ein Vorstandsvorsitzender nach Feierabend?
Wie alle verheirateten Männer: Das, was ihm seine Frau sagt…
Beim nächsten Mal erfahren Sie an dieser Stelle alles Wissenswerte über unseren Betriebsrat. Machen Sie sich also schon mal auf eine ziemlich kurze Folge gefasst.
Vielen Dank für Ihr geheucheltes Interesse!
Frohes Simulieren von Arbeit wünscht
Uschi Blamayer
- Leiterin Unternehmenskommunikation -
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